ionovia alltagswahnsinn

Was bedeutet Wohlfühlen?

Lesezeit: 8 min
Ionovia

Diese Frage habe ich mir früher sehr oft gestellt. Doch ich habe nie wirklich eine Antwort gefunden. Auch heute stelle ich mir immer wieder diese Frage, nur mit dem Unterschied, dass ich mittlerweile eine Antwort darauf gefunden habe. Heute, in diesem Moment kann ich sagen, dass ich mich wohl fühle. In meinem Zuhause, in meiner Ehe, mit meinen Kindern und in meinem Körper. Letzteres war für mich ein langer, harter Weg – und ich musste 45 Jahre alt werden, um herauszufinden, wie es sich anfühlt, sich im eigenen Körper wohl zufühlen.

Bestimmt hat der ein oder andere schon mitbekommen, dass ich seit Anfang Januar am Abnehmen bin – und mittlerweile auch recht erfolgreich. 22 kg habe ich mit viel Genuss und ohne Verzicht abgenommen und ich bin stolz auf jedes einzelne dieser Kilo´s, die ich nicht mehr mit mir herumtragen muss.

Nein, ich bin nicht schlank und das ist auch nicht mein Ziel. Ich wiege immer noch zwischen 93 und 94 kg, aber ich fühle mich das erste Mal wohl.

Ja, ich habe meine Ernährung umgestellt, esse kaum noch Süßigkeiten, mal ein wenig Lakritze oder auch mal ein Eis. Dafür gibt es Obst bis ich satt bin und alles, was mir schmeckt. Und ich fühle mich sooooo wohl damit, dass ich auf die Frage, wann ich denn wieder "normal" essen würde antworte: das tue ich bereits seit einem halben Jahr. Denn, das was ich davor gemacht habe, war nicht normal gegessen, sondern nur noch wahllos reingeschaufelt. Ohne Maß und ohne Ziel – und ich bin froh, dass ich den Absprung geschafft habe.

Allerdings bin ich auch meinem Liebling mehr als dankbar, denn er geht diesen Weg mit mir gemeinsam, was ihm auch einen Gewichtsverlust von 26 kg eingetragen hat – und ich bin mächtig stolz auf ihn!!
Das ist für mich ein Teil meines Lebens, mit dem ich mich wohl fühle.

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Ich glaube, der Unterschied ist deutlich 🙂

Ich bin noch nicht am Ende meines Abnehmweges angekommen, allerdings mache ich mir überhaupt keinen Stress. Da ich für mich mein normales Essen gefunden habe, werden mit Sicherheit im Laufe der Wochen und Monate noch ein paar Kilos fallen und ich werde sie nicht aufhalten ^^. Aber ich habe mir kein Zeit- oder Gewichtslimit gesetzt. So, wie es kommt ist es gut.


Doch das ist nicht das Einzige, was zu meinem Wohlfühlen beiträgt. Es ist auch der Stolz auf meine Kinder, der dazu führt, dass ich mich wohl fühle. Die beiden Großen haben diesen Sommer ihre Schule beendet. Der Eine hat angefangen zu arbeiten, um Geld für das wahrscheinlich bevorstehende Auslandsjahr mit seiner Freundin zu verdienen. Er ist bereits bei ihr und ihrer Mutter eingezogen und steht so weitestgehend auf eigenen Füßen.

Der Andere geht zum 01.09. nach Bonn, um Archäologie zu studieren. Er wohnt bereits seit 1 Jahr in seiner eigenen Wohnung und verdient sein Geld. Er hat heute bereits eine Wohnung in Bonn gefunden und auch gute Chancen, ab dem 01.09. direkt einen Job zu haben, so dass er auch finanziell versorgt ist. Jetzt fehlt nur noch das Einschreiben an der Uni und dann kann das Studium beginnen. Er ist in den letzten Monaten wirklich erwachsen geworden. Auch wenn es im letzten Jahr nicht einfach war, so war die Entscheidung, dass er auszieht definitiv das Beste, was uns allen passieren konnte. Aus meinem kleinen Jungen ist ein junger Mann geworden, der weiß, was er will und auch Schritte dahingehend unternimmt, um das zu erreichen, was er will.

Auch wenn ich nicht immer mit allen Entscheidungen einverstanden bin, die meine Jungs treffen, so bin ich dennoch stolz auf sie, dass sie Entscheidungen treffen und auch dazu stehen.


Auch unser Jüngster macht mich stolz. Er kommt nach den Ferien schon in die zweite Klasse – oh man, wie schnell vergeht die Zeit. Noch vor einem Jahr haben wir uns auf den Schulanfang gefreut. Und jetzt – die Zeit rast… Er kommt im Unterricht gut mit, das Lesen klappt immer besser. Und, typisch Junge, hat er ein Schriftbild, das teilweise nur erahnen lässt, was er geschrieben hat 🙂

Aber das ist egal. Wichtig ist, dass er sich in der Schule wohl fühlt – und das tut er. Auch wenn die Lehrerin immer wieder im Zeugnis hervorhebt, dass er Kontaktscheu ist, sich nicht an Gesprächen beteiligt, es sei denn, es ist ein Thema, das ihn wirklich interessiert. Oder auch, dass er sich nur selten am Unterricht beteiligt.

Doch, was soll ich sagen: Ja, so ist er – und das ist gut so. Er war im Kindergarten auch nicht derjenige, der am lautesten gebrüllt hat, sondern zurückhaltend, freundlich und hilfsbereit. Und dafür ist er heute noch beliebt, wie wir am Dienstag festgestellt haben, als wir am Kindergarten vorbei gegangen sind. Als ihn die draußen spielenden Kinder entdeckt haben, kamen sie angerannt und haben sich total gefreut, ihn zu sehen. Sie wollten ihn gar nicht mehr weg lassen. Erst als er versprach am Freitag zu Besuch zu kommen, haben sie ihn gehen lassen.

Und heute – heute waren wir beim Friseur. Für ihn das erste Mal, denn sonst habe ich ihm immer die Haare geschnitten. Doch, da die Haarschneidemaschine kaputt ist und ich mit der Schere den Nacken nicht gescheit schneiden kann, haben wir beschlossen, dass das heute mal der Friseur machen darf. Er fragte mich, ober der Friseur das denn besser machen würde als Mama. Und als ich dann meinte, dass der Friseur dafür extra eine Ausbildung macht, fand er das gut.

zwar ein wenig unscharf, aber die Frisur sitzt 🙂

Nach dem Friseurbesuch habe ich ihn dann gefragt: Und, hat er das besser gemacht als Mama? Da meinte er: auf jeden Fall! Können wir das jetzt immer beim Friseur machen lassen?
Und, was soll ich sagen – er ist definitiv aus der Kleinkindfrisur raus gewachsen. Und damit endet die Friseur- Karriere von Mama endgültig – damit habe ich allerdings überhaupt kein Problem.


Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass ich nun seit 2 Monaten ohne meine Antidepressiva auskomme. Dass das zum Wohlfühlen beiträgt, hätte ich am Anfang nicht gedacht. Doch das tut es. Am Anfang hat die Leistungsfähigkeit erstmal extrem nachgelassen, doch seit knapp 4 Wochen klappt das wieder richtig gut. Ich merke schneller, wann meine Grenze erreicht ist und halte sie dann auch ein. Das habe ich durch die Therapie mittlerweile gut im Griff, auch dass ich mir kein schlechtes Gewissen mache, wenn das ein oder andere dann eben nicht mehr klappt oder liegenbleibt.


Zu guter Letzt fehlt zum Thema Wohlfühlen noch die Tatsache, dass ich den besten Ehemann von allen habe. Sorry Ladies – Pech gehabt 🙂

Seit mehr als 9 Jahren ist er nun an meiner Seite, wir haben schon so ziemlich alles an Höhen und Tiefen erlebt, was geht. Er erträgt mich, wenn ich mal wieder meine, alles schlecht reden zu müssen. Und ich ertrage ihn und die Seinen, wenn mal wieder alles bunt durcheinander hüpft. Aber, genau das ist es, was das Leben ausmacht und zum Wohlfühlen beiträgt.


Ich wünsche mir, dass es mir noch besser gelingt, das Wohlfühlen wahr zu nehmen und das Nicht so gut fühlen als weniger schlimm zu empfinden. Auch wünsche ich mir, dass meine Kinder weiter so gute Fortschritte machen, ihren Weg im Leben finden und stolz auf sich sind.

Und – ich wünsche mir, dass die Liebe meines Lebens nie endet…

Ionovia

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1 Kommentar

  1. Ich bin sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo stolz auf dich!

    Und ja, ich kann alles was du da geschrieben hast unterschreiben 🙂

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