ionovia alltagswahnsinn

Krank sein ist doof…

Lesezeit: 7 min
Ionovia

… und zwar so richtig doof.

Seit einer Woche häng ich jetzt schon in den Seilen mit Husten, Schnupfen, Heiterkeit 😉

Nun ja, am Sonntag hab ich mir dann meinen Kleinen geschnappt und bin mal eine mittelkleine Runde spazieren gegangen, einmal zum Briefkasten und wieder zurück. Also nicht zu dem im Haus sondern zu dem unten an der Straße – jahaaaaa frische Luft schnappen bei endlich mal nicht grauem Wetter sondern Sonnenschein.

Und gestern dann tatsächlich mit meiner Betreuerin einkaufen gewesen – aber auch nur eben beim LIDL, alles in allem eine knappe Stunde. Dafür war gestern nachmittag dann auch zwei Stunden schlafen angesagt. Boah war ich platt. Aber – man lese und staune – ich habe es geschafft mich NICHT nur auf die Couch zu legen sondern ins Schlafzimmer auf mein mit einer Kuscheldecke ausgestattetes Bett. Das ist definitiv ein riesen Fortschritt gegenüber vor der Reha. Denn, NEIN ich musste gestern nicht alles unter Kontrolle haben, ich konnte mich einfach zurückziehen und ausruhen – hach das tat richtig gut.

Aufgrund von Kranksein konnte ich auch letzte Woche meine Therapie nicht wahrnehmen – auch doof . Aber, dann wird halt zu Hause geübt, woran ich Emotionen und Gefühle erkenne.

Und – jepp – letzte Woche war es dann tatsächlich soweit, dass ich fast wieder in mein altes Muster – Gefühle wegsperren – verfallen wäre.

Ich saß einen Morgen am Frühstückstisch und merkte, irgendwas passt nicht. Ich war schon mit einer seltsamen "Leere" aufgestanden. Und das wurde bis zum Frühstück nicht besser, sondern eher schlimmer. Und, obwohl ich ahnte, warum das so ist, habe ich auf alle Nachfragen meines Lieblings, ob denn alles ok sei, immer mit: sicher doch geantwortet.

Doch nach dem Frühstück, als mein Liebling schon mit dem Hund gehen wollte, fragte er nochmal nach, ob denn wirklich alles in Ordnung sei. Und da schaffte ich es dann zu sagen, dass das nicht so ist, ich aber nicht wüsste, was nicht ok ist. Ich hatte wie gesagt zwar eine Ahnung, aber über diese Ahnung konnte ich in dem Moment noch nicht reden. Doch durch das liebevolle Nachhaken meines Lieblings habe ich es dann doch geschafft, mir selbst gegenüber ehrlich zu sein und über das zu sprechen, was mich bewegte. Es wurde ein sehr tränenreiches Gespräch, aber es war gut und nötig. Denn ich habe es geschafft, NICHT wieder in mein altes Muster zu fallen und meine Gefühle wegzusperren.

Sondern ich habe wieder ein Stück mehr gelernt über mich, darüber, was der Auslöser ist für das Wegsperren der Gefühle: Es ist definitiv das Gefühl des Nicht-genügen, des Nicht-genug-getan-haben. Ja, das kommt hin.

Also, wieder einen Schritt weiter auf dem Weg des Mich Verstehen.

Dieses bewusste Auseinandersetzen mit mir, dem was ich erlebt habe und was es aus mir gemacht hat – das ist soooooooo anstrengend. Auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite tut es gut, denn so lerne ich, was ich verändern kann und muss, damit ich mich besser fühlen kann. Und ich DARF mich gut fühlen. Denn, ich BIN so wie ich bin GENUG.

Je mehr und besser ich lerne, meine Grenzen zu akzeptieren, um so besser bin ich auch in der Lage, meine Gefühle wahrzunehmen.

Zur Zeit gelingt es mir immer besser, Dinge nicht nur deswegen zu tun, weil gerade Zeit dafür ist. Wie zum Beispiel Essen.

In den letzten fast 4 Jahren habe ich auf diesem Gebiet auch meine Grenzen nicht erkannt und daher das Gefühl für mich, für das, was mir gut tut und was mein Körper braucht, völlig verloren. Noch in der Reha habe ich angefangen, wieder auf mich zu achten. Wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, wann habe ich denn Hunger und wann bin ich satt. Das war dort noch schwer umzusetzen, da es nun mal feste Essenszeiten gab. Und trotzdem habe ich es schon recht gut geschafft. Ich habe angefangen, dann mit dem Essen aufzuhören, wann ich SATT war und nicht wann der Teller leer war. Die Portionen, die ich mir genommen habe, auch wenn es Salat war, wurden immer kleiner – und ich wurde immer schneller satt.

Zum 01.01. habe ich dann beschlossen, ganz gezielt daran zu gehen, mein Gewicht zu reduzieren. Und – mein Liebling unterstützt mich auf ganzer Linie, denn auch er will sein Gewicht verringern.

So haben wir uns gemeinsam entschieden, mit dem Online-Programm von Weight Watchers zu starten. Ich hatte vor ca. 13 Jahren schon mal gute Erfolge erzielt, die ich auch lange halten konnte. Also, gesagt – getan. Denn, ich kann es gut in meinen Alltag integrieren, da der Fokus hier nicht auf Unmengen Sport liegt – den ich eh nicht mag – sondern darauf, ausgewogen zu essen. Ich muss auf nichts verzichten, ich muss es mir nur gut einplanen. Und das klappt erstaunlich gut.

Ich habe absolut keinen Heißhunger mehr, weder auf Süßes noch auf meine sonst so heißgeliebten Chips. An manchen Tagen, so wie heute, habe ich morgens einfach keinen Hunger. Und dann esse ich auch nichts, trinke mir meinen Kaffee und freue mich auf meinen Mittagsjoghurt mit Obst und Müsli. Das reicht mir dann völlig, bis es abends dann was lecker Gekochtes gibt.

Und – wenn ich nicht gerade krank bin – dann schaffe ich auch fast jeden Tag an mein Ziel von 6000 Schritten heranzukommen. Aber, auch wenn ich das nicht schaffe, ist es kein Beinbruch, denn für mich ist es wichtig, überhaupt Bewegung zu haben, nicht nur lethargisch auf der Couch zu sitzen und TV zu schauen, wie es in den letzten Monaten leider wieder der Fall war.

Ich freue mich richtig aufs Spazierengehen, denn es tut mir gut.

Nun ja, und die ersten Ergebnisse sind auch schon da – seit Beginn sind schon 7,5 kg weg – und das ist für mich ein RIESEN Erfolg.

Und auch hier kann ich sagen, dass es mir einfach nur gut tut. Das veränderte Essverhalten, das ausgewogene Essen und auch das Hungergefühl – das ist so toll.

Ach, ich muss noch was erzählen: Am Sonntag haben wir ein schön ausgiebiges Frühstück gemacht, mit lecker Ei und Marmelade und so. Zum Schluss wollte ich mir dann noch ein halbes Brötchen mit Ovomaltine Crunch schmieren, da ich das gerne gegessen habe. Ich nehme mir also einen Löffel davon, schmiere mein Brötchen, lecke den Löffel ab und….. bäh ist das eklig süß. Igitt, mich hat es regelrecht geschüttelt. Mein Liebling hat sich fast in die Hose gemacht vor Lachen und mein Kleiner hat sich gefreut, er bekam seine zweite Brötchenhälfte mit Ovomaltine 🙂

Also – der Geschmackssinn hat sich bei mir völlig verändert – ich trinke mittlerweile sogar Tee ohne Zucker!!

Aber, meinen Kaffee trotzdem nur mit Milch und nicht schwarz 😉

Ionovia

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1 Kommentar

  1. Oh ja, ich habe mich echt weggekringelt.

    Ich bin echt stolz auf dich, dass du so vieles bereits angegangen bist und so für dich zu etwas Besserem machen konntest. Ich unterstütze dich, wo immer ich kann – so wie ich weiß, dass auch du dies ebenso tust.

    Du bist im Übrigen nicht nur 'genug'… Du bist weit mehr als das! Danke dir mein Engel für deine Liebe und deinen Mut nicht aufzugeben!

    Apropos Müsli… Hast du auch Hunger? 🙂

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