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Trockenobst

Lesezeit: 6 min
chameleon author

Auf vielfachen Wunsch werde ich hier nun auch über Kochen & Essen berichten. Schließlich sind meine Frau und ich gerne gemeinsam in der Küche am werkeln und probieren da gerne unterschiedlichstes aus. Um die einfacheren und bei uns häufiger genutzten Rezepte zu zeigen, habe ich hier im Blog nun eine eigene Kategorie eingerichtet. Vielleicht findet der ein oder andere ja etwas, dass er selbst mal ausprobieren möchte. Und wenn nicht – einfach so das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen und eventuell auf neue Ideen kommen, wäre doch auch schon mal was, oder?

Der heutige Beitrag geht über Trockenobst – wie der Titel erkennen lässt. Meine Frau und ich essen wahnsinnig gerne Trockenobst. Doch das, was man so fertig kaufen kann ist entweder ziemlich teuer oder geschmacklich nicht so der Hit. zudem gibt es doch einige Hersteller, die in ihr Trockenobst vorbehandeln, extra süßen, färben oder Antioxidations- bzw. Trennmittel hinzugeben.

Viele scheuen sich Trockenobst selber herzustellen. Dabei ist das Herstellen von Trockenobst keine große Kunst und benötigt keine ungewöhnlichen Geräte.

Als Einstieg geht folgende Ausstattung:

  • ein Brettchen
  • ein Messer
  • ein Umluft-Backofen
  • ein Holz-Kochlöffel
  • und Grillroste/Gitter für in den Backofen

Es geht zwar auch mit Backblechen und Backpapier, wird dann aber bei einigen Obstsorten doch nicht so toll. Unter dem Stichwort 'Dörrgitter ausziehbar' findet man zur Zeit bei einem großen Online-Händler auch universell nutzbare Gitter für so ziemlich jeden Backofen.

Die etwas bessere Variante ist zusätzlich einen Entkerner, einen Schäler und einen Gemüse-Hobel zu verwenden. Damit ist ein wichtiger Arbeitsschritt dann doch einfacher gemacht als nur mit dem Messer.

Ein Trocknungsgerät kann man sich natürlich kaufen, wenn man merkt, dass man wirklich öfter Trockenobst herstellen will. Die Vorteile eines solchen Gerätes liegen darin, dass die Auflageflächen oder Gitter engmaschig sind – also meist mehr Obst in ein solches Gerät passt als in den mit wenigen Blechen ausgestatteten Backofen, oftmals kein Backpapier notwendig ist und dass der Backofen währenddessen frei ist für andere Dinge.

Obst braucht man auch 😊

Als erstes steht die Wahl des Obstes an. Generell kann man jede schnittfeste Obstsorte verwenden. Um Erfahrung zu sammeln eigenen sich Äpfel mit am Besten. Hierbei können zwar sowohl saure als auch süße Sorten verwendet werden, so wie man selbst es am liebsten mag. Apfelsorten, die extrem saftig sind benötigen etwas länger in der Trocknung, aber das sind keine großen Unterschiede. Die saureren Apfelsorten sind insgesamt etwas besser geeignet. Meine Frau empfiehlt die Sorte 'Braeburn' 😊.

Generell gilt bei allen Obstsorten: Nicht zu reif! Denn sonst ist es nachher matschig und klebt überall fest. Obstsorten wie Bananen, Kiwi oder Erdbeeren müssen richtig feste sein!

Sehr gut geeignet sind übrigens auch Mangos.

Los geht’s

Ich gehe auf die Variante mit Entkerner und Gemüse-Hobel ein, aber vom Prinzip ist es der gleiche Vorgang, wenn man nur mit dem Messer arbeitet.

Die Äpfel kurz abwaschen, mit dem Entkerner das Kerngehäuse ausstechen und über den Hobel in 4 mm dicke Ringe hobeln. Die Ringe dann auf das Back-Gitter legen. Idealerweise sollten die Ringe dabei nicht aufeinander liegen. Wenn die Ränder 2-3 mm überlappen, ist das jedoch kein Problem. Die Ringe schrumpfen während der Trocknung und liegen dann wieder nebeneinander- Mehr als diese paar Millimeter Überlappung sollten es aber nicht sein, da die Äpfel sonst aufeinander kleben bleiben und nicht richtig trocknen.

Bei allen anderen genanten Obstsorten ist beim verteilen auf den Backblechen unbedingt darauf zu achten dass es keine Überlappung gibt – die haften nämlich so stark aneinander, dass sie total verkleben.

Äpfel und Erdbeeren muss man nicht schälen, die anderen Obst-Sorten natürlich schon 😊 Ich persönlich mag Apfel-Ringe lieber mit Schale als ohne.

Erdbeeren, Banane und Kiwi am Besten mit dem Messer schneiden. Erdbeeren dürfen sogar 6 mm dick sein, sonst sind sie hinterher dünn wie Esspapier.

Bei der Mango soweit hobeln, bis man an den Kern herankommt. Das restlichen Fruchtfleisch in Streifen mit dem Messer von Kern schneiden und diese Streifen ebenfalls trocknen.

Bei allen klebrigen oder sehr kleinen Obstsorten ist bei der Trocknung im Backofen zu empfehlen Backpapier auf die Bleche/Gitter zu legen.

Im Backofen bekommt man mit einem Trick und etwas Übung wesentlich mehr Apfel-Ringe unter: Man nehme Schaschlickspieße aus Holz, fädele mehrere Apfel-Ringe je auf einen Spieß und legt sie dann so quer auf den Grillrost, dass die je ein Apfel-Ring zwischen den Gitter-Stäben hängt.

Die nun belegten Bleche/Gitter in den Backofen schieben und den Holz-Kochlöffel zwischen die Tür und den Backofen klemmen um die Backofentür ein kleines Stück offen zu halten. Den Backofen auf auf 75-80°C Umluft einstellen. Die Trocknungsdauer liegt je nach Apfelsorte, dicke der Scheiben und dem gewünschten Trochnungsgrad bei ca. 7 Stunden. Viele wenden das Obst nach der Hälfte der Zeit – wir haben da immer drauf verzichtet und dennoch super Ergebnisse erzielt.

Je nachdem wie man es mag, kann man bei Äpfeln den Ofen nach 3 Stunden ausschalten und bis zum nächsten Tag ruhen lassen. Dann sind die Äpfel nicht ganz trocken und noch flexibel. Wenn man sie 7 Stunden bei eingeschaltetem Ofen drin lässt, werden sie wirklich ganz trocken und fest. Ich persönlich mag diese trockenere Variante lieber.

Wir trocknen immer verschiedenste Obstsorten gleichzeitig und auch immer über die volle Dauer. Hier einmal die Ausbeute aus 7 großen Äpfeln, 2 Mangos, 4 Kiwis, 3 Bananen und 250 gr Erdbeeren:

Apfel-Ringe, Mango-Scheiben, Bananen-Chips, getrocknete Kiwi & Erdbeeren

Angeblich ist solch getrocknetes Obst bis zu 6 Monate haltbar… Wir konnten hier allerdings nur wenige Tage Haltbarkeit erreichen – dann war bereits alles immer aufgegessen 😃

Chamëleon

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