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Leistung ohne Zwang

Lesezeit: 4 min
chameleon author

Unvorstellbar! Ich kann Dinge leisten ('Arbeiten' erledigen, Hilfen bieten, usw.) ohne mich dazu gezwungen zu fühlen. Erst jetzt fällt mir ganz bewusst auf, wie oft ich Dinge aus einem 'Zwangs-Gefühl' heraus getan habe. Dieses 'Du musst aber…' Damit meine ich nicht die Dinge, wo jemand mir gesagt hätte: "Du musst noch… (dieses oder jenes tun)."

Ich meine damit all die Situationen, wo ich mir selbst den Zwang auferlegt habe. Und dabei ist/war es egal, ob es Dinge waren, die ich gerne mache/gemacht habe. Das habe ich tatsächlich andauernd gemacht in all den Jahren. Und so habe ich mir selbst Dinge die mir Freude machten, im Laufe der Zeit mürbe gemacht.

In den letzten Tagen ist mir aufgefallen, was ich alles tun kann, weil ich es möchte ohne mich dabei selber in diesen Zwang zu bringen. Und ohne den selbst auferlegten Zwang bedeutet es auch, dass ich mir mit diesen Dingen keinen Stress mache.

Aufgefallen ist es mir dadurch, dass es eine Situation gab, die nicht so 'rund' lief, wie ich es mir gewünscht hätte und mich dann selbst wieder in diesen Zwang brachte. Ich bemerkte den Unterschied zwischen den anderen Tätigkeiten in den Tagen davor.

Ich habe für die Tochter einer Freundin biblische Lernkarten ausgedruckt, dann zugeschnitten, meine Frau und mein Sohn haben die Karten gefaltet. Ich habe sie dann zusammen mit meinem Sohn laminiert, zugeschnitten, die Ecken abgerundet und gestern zu unserer Freundin gebracht. So sollte es ablaufen… Tatsächlich lief es aber so ab, dass das Schneidegerät nicht bei mir war und ich warten musste, biss mein Schwiegervater es vorbeibringen konnte. Überhaupt nicht schlimm. Für mich in dem Moment aber schon! Ich hatte mich so gefreut, das alles zügig fertig machen zu können. Nun kam es zu einer Verzögerung um einen Tag. Dabei hatte ich unserer Freundin keinerlei terminliche Zusagen gemacht. Es war also nicht schlimm, dass ich es auf den nächsten Tag verschieben musste. Im Gegenteil, so konnte ich mir meine Kräfte sinnvoller einteilen. Aber in diesem Moment war es total belastend – Stress den ich mir Selbst machte, weil ich mich zwingen wollte es rasant schnell fertig zu machen. Letztlich habe ich dann noch den Ecken-Abrunder am Tag drauf abgeholt und alles in Ruhe fertig gemacht.

Ich Rückblick war das eine totale Lehrstunde für mich. Denn in den Tagen davor habe ich mir meine Kraft gut eingeteilt, dass gemacht was ich konnte und zwar so, wie es gut für mich war. Da hatte ich keinen Zwang, keinen Druck und alles war gut.

Dabei habe ich einiges gemacht. Ich war das erste Mal seit Jahren im Dienst unterwegs, hatte meinen Sohn dabei und war somit was die Gespräche angeht nicht in der Lage, mich auf einen anderen Erwachsenen zu verlassen. Und es klappte super! Ich war in der letzten Woche zusätzlich bei allen Termine der Gemeinde. Auch war ich alleine mit dem Rad unterwegs, habe eine Luftpumpe, Reflektoren sowie ein Schloss gekauft und alles anmontiert. Dann habe ich in der Gemeinde den PC instand gesetzt und einer Bloggerin mit ihrem PC geholfen. Ich war mit meinem Betreuer einkaufen, war regelmäßig mit dem Hund draußen und habe zudem jeden Tag Zeit zum Lesen von Literatur gehabt, die mich interessiert. Ich habe im Haushalt geholfen und verschiedenes Andere an Kleinkram erledigt.

Ja, das alles hat Kraft gekostet und ich merke das auch als 'Überhang'. Heute ist dafür Ruhetag: Kaffee, Hund, Essen, Lesen, Bloggen, Schreiben, Spielen, Kaffee, Essen, Hund. Und zum Abend dann Versammlung, Essen, Schlafen 😄

Weil ich es möchte, nicht weil ich mich dazu zwingen muss.

Chamëleon

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4 Kommentare

  1. Ja, das hört sich nach bemerken, "dass inzwischen alles anders… besser geht" – an. Das finde ich sehr wichtig immer – sich vor Augen zu halten, dass zu früher sich die Dinge im Jetzt geändert haben.
    Ich vermute, dass Du jetzt weniger Stress hast wegen der genehmigten Rente und dass Du nicht mehr arbeiten MUSST – sondern darfst. 😉

  2. Das Gefühl für "ich MÖCHTE" entdecken wir auch nach und nach… Gar nicht so leicht… Was MÖCHTE ich eigentlich? Wie schön, dass du da immer mehr hinein wächst… Und dann hinaus in die Welt wächst, mit dem, was du möchtest.

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