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Leben am (Leistungs-)Limit

Lesezeit: 3 min
chameleon author

Was bedeutet es eigentlich, ein 'Leben am Limit' zu führen? Die Meisten denken dabei wohl an einen Adrenalin-Junkie – Bungee-Jumper, Freeclimber, Base-Jumper oder ähnliches. Ich persönlich definiere das 'Leben am Limit' aber daran, was meine persönlichen Leistungsgrenzen sind.

Wenn ich am Limit Lebe, dann reize ich die Leistung meines 'Akkus' bis an die Grenze aus. Es bleibt kein Buffer um dann noch etwas anderes abfangen zu können. Ich kann tatsächlich – wenn ich nicht gerade in irgendeinem Depri- oder sonstigen Tief hänge – ein paar Tage gut 'Powern'. Meinen Teil im Haushalt tun, etwas am PC fertigstellen oder eine Wartung durchführen, Renovierungsarbeiten durchführen oder auch mal eine Veranstaltung besuchen. Nicht alle Dinge an einem Tag, aber durchaus über einen Zeitraum von einer Woche verteilt. Ohne einen 8-Stunden, 4-Stunden oder 2-Stunden Job 'neben her'. Aber all diese Dinge bringen mich dann bereits an mein Limit. Irgendeine 'Klitzekleinigkeit' zusätzlich könnte ich dann garantiert nicht abfangen. Von größeren Geschehnissen ganz zu schweigen.

Und selbst durch Ruhe und mir gutes tun, lade ich meinen 'Akku' dann nicht wieder genug auf, als dass ich am nächsten Tag Reserven hätte. Stetig geht der 'Akku' schneller auf die Null-Marke zu. Und nach Zeit X ist dann auch alles an Kraft aufgebraucht. Dann ist der 'Akku' leer. Punkt.

Es ist diesmal aber nicht unbewusst geschehen. In den letzten zwei Wochen war es eine ganz bewusste Entscheidung von mir, den 'Akku' leer zu fahren. Es ist nicht vor die Wand geklatscht, wie es früher der Fall gewesen wäre. Vielmehr stehe sitze ich gerade hier vor dem PC und mein 'Akku' ist auf dem letzten Balken. Nicht schlimm, es stürzt mich nicht in Panik, es gibt mir aber auch keinen besonderen Kick.

Ich entscheide bewusst, dass ich mir morgen absolut die Ruhe antue. Keinen Termin und einfach nur Ruhe. Denn ich muss meinen 'Akku' etwas aufladen – und zwar mehr als nur mit einem chilligen Abend 😊 Und da ich weiß, dass bis zum Ende des Monats sicher noch das ein oder andere zu tun ist, ist morgen der Tag dafür. Ohne schlechtes Gewissen.

Denn die letzten Wochen lebte ich an meinem persönlichen (Leistungs-)Limit.

Chamëleon

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2 Kommentare

  1. Dein Beitrag hat mich erinnert an mein persönliches Leistungslimit. Bei mir ist es eher das innere Leistungslimit als das äußere, das kritisch ist. Mein äußeres Leistungslimit nehme ich selten in dem Moment wahr, an dem ich es überschreite – im Nachhinein durchaus. Ich verlagere diese Grenze eher darüber hinaus – ich nehme an ich dissoziiere die Anzeichen.
    Meine inneren Leistungsgrenzen – die seelischen sind es, die bei mir ganz schnell überschritten werden können – leider braucht es da nicht viel, bis sie erreicht sind – wenn ich sie auch schon viel mehr ausweiten kann in letzter Zeit. Was aber neu ist, dass ich schneller merke, DASS etwas los ist und ich dann auch intensiv grabe um die Gründe zu erforschen, statt mich wieder und wieder als krank, schwach und sonstige Niedermache betitele. Nach wie vor ist Stressreduktion noch immer das Beste.

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