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Heute ist es mal wieder soweit…

Lesezeit: 4 min
chameleon author

…OK, es stimmt nicht so ganz. Gestern war es schon so weit, dass ich den Tag als Murks bezeichnen musste. Aber der gestrige Abend und der heutige Morgen hat in Kombination mit einigen anderen Dingen dann heute dem ganzen die Krone aufgesetzt. Das ganze ist wie gesagt der Verkettung verschiedener Dinge geschuldet.

Das Erste ist die Tatsache. dass es Ionovia nicht gut geht und ich merke natürlich, wie sehr ihr die Schmerzen zusetzen. Das geht an mir auch nicht spurlos vorbei. Und ich glaube es wäre auch alles andere als menschlich und gut, wenn ich das einfach an mir abperlen lassen würde.

Als Zweites ist da der Antrag für den Fonds, um den ich mich jahrelang 'gedrückt' habe. Ich habe das Ding schon mehrfach ausgefüllt, aber nie abgesendet. Die Gründe dafür waren vielfältig – im wahrsten Sinne des Wortes. Nun habe ich ihn wieder ausgefüllt und er wird auch auf die Reise geschickt, sobald das Schreiben des Therapeuten vorliegt.

Der Dritte Punkt ist die Tatsache, dass mir durch die Taubheit und das entstehende Zittern immer mehr die Ressource des Zeichnen flöten geht und die Paracord und Macramee sowie auch das Schreiben bei Weitem nicht so gut bei der Verarbeitung des Alltags helfen wie das Malen und Zeichnen.

Als Vierter Punkt hat mir dieses Wetter hin- und her irgendwie die Stimmung verregnet. Der Fünfte Punkt hat mir dann gestern Abend schon richtig Freude bereitet und heute früh dann für eine längere Dissoziation gesorgt. Und das fuchst mich!

Gestern Abend hat sich ein Stück einer Plombe verabschiedet. Also musste ich heute Morgen zum Zahnarzt, der auf die Schnelle sogar sofort Zeit hatte. Ich hasse es, zum Zahnarzt zu müssen! Er war zwar sehr schnell damit fertig, aber mitbekommen habe ich vom Hinweg schon nur wenig. Die Behandlung war ein großes schwarzes Loch und der Rückweg besteht aus zwei kurzen Bildern.

Heute Mittag war dann Therapie angesagt. Zum allerersten Mal in den gesamten 10 Jahren musste der Thera heute die Stunde abbrechen und sagen: "Fertig! Ich sage, es macht heute so keinen Sinn. Die Sitzung beenden wir besser… Was machen Sie jetzt? Ich empfehle spazieren in der Sonne, die gerade draußen ist und ein paar Atemübungen. Offensichtlich wurde das in der letzten Zeit zu sehr vernachlässigt."

Er hatte absolut recht. Es machte keinen Sinn krampfhaft zu versuchen, die Stunde durch zu ackern. Es war anderes notwendig.

Und so ging ich mit der Betreuerin am nahe gelegenen See spazieren. Dabei kam dann auch etwas zur Sprache, was mir seit einigen Wochen schwer im Magen liegt – von dem ich es aber nicht wirklich wahrnahm. Mehrfach wurde davon gesprochen, dass es schwer werden würde in Zukunft die gleichen Stunden genehmigt zu bekommen – die Begründungen sind Hanebüchen. Ich konnte heute nicht mehr für alles Verständnis aufbringen und so bekam sie sehr direkt aber sachlich (wie sie selber sagte) mitgeteilt, dass es eine Frechheit ist, mir einen Strick daraus drehen zu wollen, dass ich mit der Betreuung ja stabiler geworden sei. Daher könne die nun runter gefahren werden. Nein! Wenn sie noch weiter runter gefahren wird, komme ich nicht klar. Dann fehlt mir wieder Zeit zum Reflektieren und für den Austausch. Letztlich hat sie es auch so gesehen und wird sich nun dafür stark machen, dass die Stunden wieder im gleichen Umfang beantragt werden.

Sorry, mir geht es echt auf die Nerven, dass man immer und immer wieder Hilfen 'neu ver-argumentieren' muss, weil das System unmenschlich und nur finanziell orientiert ist.

Boah! Bin ich froh, wenn das der Vergangenheit angehört und Ein- für Allemal dieser Murks aufhört. Ich bin mir sicher, dass es nicht mehr lange dauert, bis sich meine Glaubensüberzeugungen erfüllen. Und so lange ertrage ich dieses System halt weiter.

Nun: Geschrieben, einatmen…, ausatmen…, einatmen…, ausatmen…, loslassen…

Geht wieder 😌

Chamëleon

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5 Kommentare

  1. Hi, ja, ich glaube es ist echt eine Gradwanderung mit diesen Hilfen. Wirst du stabiler, gibt es weniger Stunden. Hast du weniger Stunden, wirst du instabiler. Folge: Es gibt mehr Hilfen. Bis du wieder stabiler wirst und weniger Hilfen bekommst… Ist doch scheiße. Und vor allem wie eine Strafe für das stabiler werden. Wer will dann noch stabiler werden, wenn man dafür "bestraft" wird?… Ohne Betreuung weniger Kontakt, weniger "Ausflüge", weniger Gutes… finde das ist wie "Strafe"…

  2. Geht mir auch so mit dem Fonds-Antrag. Mehrmals ausgefüllt, in Umschläge gepackt und adressiert, aber bis heute nicht abgeschickt.
    Bin mir immer unsicher, was ich beantragen soll.
    Das Problem ist halt, dass die ewig brauchen bis eine Bewilligung kommt. Also muss man sich schon zwei Jahre vorher sicher sein, was man zwei Jahre später braucht.
    Angeblich soll das Verfahren aber jetzt schneller gehen, aber ob das wirklich so ist…

    1. Danke dir Candykills, dass du hier weiter mit liest.

      Tatsächlich sind es bei Neuanträgen wohl nun 3-6 Monate. Und beantragen sollte man das, was einem jetzt bereits gut tun würde – die Möglichkeiten sind da ja zum Glück sehr vielfältig. Des Weiteren kann man jederzeit einfach bis zum maximal-Satz Nach-beantragen, wenn einmal genehmigt wurde. Schließlich kann es ja z.B. auch sein, dass man die bis zu 5.000€ für Transportkosten wegen (nachträglich) anerkannter Schwerbehinderung doch noch benötigt, obwohl man die im ursprünglichen Antrag ausgelassen hat.

      Ionovia hat den Antrag nun am Montag abgeschickt – ich darf also nun warten… 😐

  3. Oh, bin gespannt, ob das dann auch wirklich so schnell geht. Schwer vorstellbar bei dem, was ich von früheren Antragsstellern so mitbekam.

    Es gäbe schon einiges, was ich gerne machen würde. Zum Beispiel Körpertherapie (Feldenkrais oder so). Aber im Moment weiß ich auch gar nicht, wie ich das in meinem Kalender unterbringen soll. Leider. Und das ist wohl ein ziemliches Hickhack, wenn man das wieder ändern will, wofür man das Geld braucht. Das dauert dann wohl auch immer ewig.
    Aber ich bin schon froh und dankbar, dass es sowas wie den Fonds überhaupt gibt. Das ist ja auch nicht selbstverständlich! Und es wird ja auch wirklich fast alles bewilligt. Ich weiß von jemand, da übernehmen sie sogar den Heilpraktiker und die Homöopathie, obwohl die wissenschaftlich ja nicht bewiesen ist in ihrer Wirkung.

    1. Ja, solange man begründen kann, warum es eine Folge der Traumata ist und inwieweit man sich eine Verbesserung erhofft, ist der Fonds wohl wirklich sehr flexibel… leider sind die da die Ausnahme, wenn ich einige andere Stellen so anschaue…

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