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Freu(n)de

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chameleon author

Dieses Wochenende steht besonders im Zeichen der Freu(n)de. Zum Einen hatten wir ja am Freitag Besuch einer lieben älteren Freundin, der viel Freude mit sich brachte. Zum Anderen hatten wir gestern weiteren Besuch von einem befreundeten Ehepaar. Wir haben uns vor einigen Jahren kennengelernt, als es noch notwendig war, dass ich mich bei Kongressen generell im Ruheraum aufhielt. Vom ersten Augenblick an waren sie besonders aufmerksam, voller Verständnis und sehr liebevoll. Sie haben dazu beigetragen, dass ich mich dort sehr sicher fühlen konnte. Und über die letzten Jahre haben wir uns so immer einmal im Jahr über drei Tage hinweg gesehen.

Gestern waren sie dann zum ersten Mal bei uns zu Besuch. Endlich kamen wir dazu, über alles mögliche private zu reden – sowohl ihre eigene Vergangenheit als auch das jetzige Leben. Viele Dinge sind in unseren Leben ziemlich ähnlich verlaufen, wie wir feststellten. Auch wenn dabei Dinge zur Sprache kamen, die einen im ersten Moment traurig stimmen – letztendlich waren wir füreinander da und konnten uns gegenseitig ermuntern. Wir haben gelacht, gegessen und gespielt. Zudem waren wir mit den Hunden noch spazieren. Und all das war dann mit viel Freude verbunden!

Heute habe ich dann auch noch einen Vortrag zum Thema 'Freude' gehört. Der Redner ist ein gut Bekannter – ich kenne ihn schon seit den 90er Jahren. Klar, er ist um einiges älter geworden (OK, OK, ich angeblich auch), aber eines war an diesem Vortrag besonders. Ich weiß, dass er Privat mal eine richtig schwere Zeit durchgemacht hat und damit über Jahre… ja sogar über weit mehr als ein Jahrzehnt zu kämpfen hatte. Er hatte in den ganzen Jahren viel an Freude verloren und war für mein Verständnis ziemlich häufig in Selbstmitleid gefangen. Und er selbst hat mir das im Gespräch nach dem Vortrag auch so bestätigt.

Um so schöner war es, ihn heute nicht nur einfach zu diesem Thema zu hören, sondern zu erleben, wie er dies mit Freude tat – ja er sprühte vor Freude! Das Besondere: Er hat diesen Vortrag vor längerer Zeit schon mal gehalten und damals von einem Zuhörer als Rückmeldung bekommen, dass er 'das Thema verfehlt hätte und nicht über Freude gesprochen habe'. Daraufhin hatte er sich vorgenommen, diesen Vortrag nie wieder zu halten. Nun wurde er aber nochmal genau für diesen Vortrag eingeladen. Und das sehr kurzfristig: Am Freitag! Er hat den gesamten Vortrag umgebaut – so dass am Ende ein Vortrag über Freude und voller Freude herauskam. Und mit dieser Freude hat er alle Zuhörer angesteckt!

Nach dem Vortrag waren viele bei ihm und suchten das Gespräch mit ihm. Er blieb deshalb bis fast keiner mehr im Saal war. Und eine Zuhörerin sagte zu ihm, dass sie vor Freude gelacht habe – Tränen über Tränen – und dass es ihr so gut getan habe. Das 'Danke' kam nicht nur aus ihrem Mund, es strahlte regelrecht aus ihren Augen heraus. Ich ging zu ihm und habe ihm mitgeteilt, dass er diesmal auf jeden Fall die Freude rüber gebracht hat – und ein anderer Zuhörer 'rief' hinein: "Und in keiner Weise aufgesetzt oder gespielt!"

Und das nehme ich für mich mit: Freude haben, Freude zeigen – ehrlich und nicht aufgesetzt.

Eine weitere Freude durfte ich dann noch erleben: Eine Dame hat sich bei mir bedankt dafür, dass ich sie auf ihrem Weg begleitet habe. Und es war eine ehrliche, unaufgesetzte Dankbarkeit, die ich da spüren konnte.

In diesem Sinne: Ich danke für die Freu(n)de!

Chamëleon

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