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Die Liebe versagt nie

Lesezeit: 5 min
chameleon author

Was für eine Aussage! 'Die Liebe versagt nie'… so leicht dahin gesagt, aber wenn man diesen kurzen Text wirklich intensiv betrachtet steck darin so extrem viel!

Vorab eine persönliche Information: Natürlich ist ein solcher Kongress extrem anstrengend. Viele Menschen (über 11000 Anwesende), die Anreise, das frühe Aufstehen, die Rückreise, das Vorbereiten des Essens für den nächsten Tag… Im Vorfeld frage ich mich immer: "Wie soll ich das nur schaffen?!?" Und ja, ich bin körperlich total platt! Aber emotional und geistig fühle ich mich als ob ich in einem Kraftwerk übernachtet hätte.

Am Freitag gab es unter anderem eine Vortragsfolge mit verschiedenen Videos, die unter anderem die Punkte aufgriff:

Die Liebe versagt nie trotz . . .

  • einer lieblosen Kindheit
  • einer chronischen Krankheit

Ich habe dabei an einige hier aus den Blogs gedacht. Viele haben genau das erlebt: Keine Liebe in der Kindheit. Ich habe das Glück gehabt, dass ich diese Liebe durch verschiedene Personen bekam, was sicherlich dazu führte, dass ich über viele Jahre überhaupt mit den traumatischen Erlebnissen und Übergriffen die von anderer Seite durchgeführt wurden, klar kommen konnte. Eine chronische Erkrankung (oder Diagnose bzw. Störung) liegt hier definitiv vor – genauso wie bei den anderen Lesern, die mit DIS, PTBS Depressionen und ähnlichem zu kämpfen haben.

Jetzt hört es sich ja irgendwie total widersinnig an, dass trotz einer lieblosen Kindheit die Liebe nie versagt. Hierbei ging es unter anderem darum, dass das viele Personen, die keine Liebe in ihrer Kindheit erfahren haben trotzdem (oder gerade besonders deswegen) selbst sehr viel Nächstenliebe für andere Menschen empfinden und diese auch durch Taten zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig wurde auch gezeigt, dass andere Personen, die wissen wie die Kindheit desjenigen war, aus Liebe besonders Verständnis haben sollte, wenn derjenige in seiner Art eventuell 'unsinnig' erscheint.

Es wurde auch immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig neben der Nächstenliebe ein gesundes Maß an Selbstachtung und Selbstliebe ist.

In diesem Programm kam dann auch eine Variante der Aussage, die ich schon in einem anderen Beitrag notierte:

Unsere Vergangenheit kann nicht verändert werden, dass was wir beeinflussen können, ist unsere Zukunft.

In Bezug auf eine chronische Krankheit wurde ein interessanter Vergleich gebracht: So wie ein Zelt nicht das Gewitter verhindert, verhindert Glauben auch nicht, dass man krank und dadurch belastet ist. Aber so wie ein Zelt vor dem Regen schützt, kann Glaube kann einem die Kraft geben, mit einer chronischen Krankheit fertig zu werden und nicht zu verbittern.

Am Samstag ging es unter anderem darum, anderen im Alltag aktiv Liebe zu zeigen und es wurde dabei auch auf Waisenkinder und Migranten eingegangen. Als Kernpunkt habe ich für mich die Aussage mitgenommen:

Welche Unterstützung würde ich mir wünschen, wenn ich in einer solchen Situation wäre?

Was ich schön fand, waren die vielen Videos, in denen Lebensberichte und Erfahrungen rund um den Globus gezeigt wurden.

Das zeigt schon, dass zum Einen notwendig ist, sich wirklich mit dem Auseinander zu setzen, was in den anderen vor sich geht. Einfühlungsvermögen und Verständnis. Achtsamkeit. Und dann muss natürlich eine aktive Hilfe angeboten werden. Dabei wurde dann der folgende Gedanke geäußert:

Nicht immer das eingefahrene Denken im Sinn haben, sondern den eigenen Horizont erweitern. Sich ergänzen und akzeptieren. Nie herablassend sein.

Das für mich zusätzlich Interessante ist, dass dies auch Punkte sind, die in der Psychotherapie auf einen Selbst und im Besonderen auch in der Therapie bei DIS/DSNNS auf die Innens bezogen immer wieder dargelegt wird.

Ein Programmpunkt, den es weltweit dieses Wochenende gab, beschäftigte sich intensiv mit dem Thema 'Trost und Hilfe für Missbrauchsopfer'. Die drei Hauptpunkte zu diesem Thema waren:

  • Warum benötigen Missbrauchsopfer oft nach Jahren noch Trost und Hilfe?
  • Wer kann Trost und Hilfe bieten?
  • Wie können wir trösten und helfen?

Der diesem Programmpunkt zugrunde liegende biblische Artikel ist auch in schriftlicher Form im Netz einsehbar. Wer den Link dazu haben möchte, darf sich gerne melden.

Tiefer gehe ich hier im Blog nicht auf die Programmpunkte ein. Zum Einen will ich denjenigen, die eventuell selbst noch eine dieser Veranstaltung besuchen wollen nicht die Vorfreude nehmen und drei Tage sind natürlich so viel, dass man sie kaum im Detail aufschreiben kann. Des Weiteren sind die Programmpunkte biblischer Art und nicht jeder möchte sich damit auseinander setzen. Wer das möchte, darf mich aber natürlich gerne anschreiben.

Chamëleon

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1 Kommentar

  1. Ja, gerne will ich den Link – vielleicht steht da was Brauchbares drin 😉
    Vor allem würde ich gerne wissen, was da zu dem Punkt: Warum benötigen Missbrauchsopfer oft nach Jahren noch Trost und Hilfe?
    Eine Antwort ist mir da gleich dazu eingefallen…. so war es bei mir sehr hilfreich, dass ich als Kind gar nicht gemerkt habe, dass mich keiner geliebt hat und dass ich total vernachlässigt wurde…. (ich war eher froh, wenn man mich vergaß und nicht wahrnahm – so konnte ich nicht gequält werden…). Es war total normal für mich. Gemerkt habe ich das erst sehr spät, dass es eigentlich nicht normal ist, dass man nicht geliebt und sogar nicht erwünscht und teilweise regelrecht gehasst wurde. Das sehe ich heute als Glück an. Aber später als ich es begriff war es natürlich schwer und wünschte ich mir auch Trost und Verständnis.

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