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Albtraum

Lesezeit: 2 min
chameleon author

In der vorletzten Nacht hatte ich nach langer Zeit mal wieder einen Albtraum. Allerdings nicht mit den Themen und Bildern, wie ich sie aus der Vergangenheit kenne. Doch dieser Traum hat mich extrem mitgenommen. In der Nacht wurde ich schweißgebadet wach, war extrem orientierungslos und konnte nicht ansatzweise einordnen, was real oder nicht ist.

Und selbst als mir nach einigen Minuten klar wurde, dass es sich 'nur' um einen Albtraum gehandelt hatte, fiel es mir schwer mich zu beruhigen oder gar die Bilder aus dem Kopf zu bekommen. Selbst im Laufe des gestrigen Tages hatte ich regelrechte Flashbacks von dem Albtraum. Und ich brauchte bis Nachmittags um darüber sprechen zu können. So emotional belastend war dieser Traum.

Ich träumte, ich war unbeschwert mit meinem Sohn unterwegs. Wir alberten ein wenig herum. Alles total gelöst und voller Freude. Plötzlich flog mein Sohn wie ein Crash-Test-Dummy durch die Gegend, quer über die Straße. Es gab keinen Grund dafür – kein Auto oder sonst irgendetwas. Er schaute mich mit entsetztem Gesicht an: "Papa, was ist denn passiert?" Ich sprintete eilig zu ihm, sein rechter Arm war regelrecht zerfetzt und die Knochen ragten heraus. Das linke Bein war genauso zugerichtet. Überall Blut in endlosen Mengen. Ich hielt meinen Sohn in den Armen, er schaute mich nur fragend an. Mein Sohn schloss die Augen – ich schrie um Hilfe, niemand kam.

In diesem Moment wurde ich wach.

Erst nachdem mein Sohn dann wieder aus der Schule war und ich ihn in die Arme schließen konnte, kam ich auf normales Maß mit meinen Emotionen herunter. Ich hatte kurz zwar mit meiner Frau gesprochen, aber das reichte nicht. Später habe ich meinem Sohn erzählt, dass ich geträumt habe, ihm wäre etwas Schlimmes passiert. Und er hat auf eine so verständnisvolle Art reagiert, mich lieb in die Arme genommen und getröstet. So konnte dann auch der Rest an Aufgewühlt-Sein verschwinden.

Chamëleon

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10 Kommentare

  1. Es erinnert mich sooo an einen Satz meiner Ergotherapeutin: "Schrecken werden im Leben immer wieder passieren, doch jetzt ist dann hoffentlich jemand da, der im Nachhinein beruhigend "einwirkt", tröstet, da ist… etc") (oder so ähnlich)… Der Traum klingt furchtbar… Wie gut dass dein Körper auch wieder ent-schreckte und beruhigen ließ…

    1. Danke dir für deine Rückmeldung. Ja, so etwas geschieht leider immer wieder mal im Leben. Aber dass ich nicht komplett in Dissoziationen versunken bin, zeigt mir auch, wie stabil ich doch schon geworden bin bei all den neuen Erfahrungen…

  2. Das zu lesen trieb mir die Tränen in die Augen. Gut das es nur ein Traum war. Die Reaktion deines Sohnes finde ich toll. Deine Familie ist toll.

  3. Welche wundervolle Familie du hast, das kommt nicht von ungefähr. ….. Danke fürs teilen, dieser emotionalen Situation. ….. Ich hatte Tränen in den Augen. ….. Es gibt keine größere Angst für liebende Eltern, als wenn dem eigenen Kind etwas zustößt. ……
    Herzliche Grüße
    "Benita"

  4. Ein wirklich furchtbarer Traum und völlig verständlich und auch normal dass Du/Dein Körper so reagiert habt.
    Das geliebte Kind so in den Armen zu halten und Angst um sein Leben zu haben und im Moment des nach Hilfe rufens wach zu werden, da wäre ich auch völlig desorientiert.
    Gut dass Deine Familie so verständnisvoll reagiert hat, da merkt man einfach dass bei euch die Liebe regiert.

  5. Wer würde da nicht vor lauter Schrecken ausser sich sein wenn der Sohn oder die Tochter so etwas erleben würde…. und sei es auch 'nur' im Traum.

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